Soziale Netzwerke haben mehr Suchtpotenzial als Alkohol und Nikotin

nh - newsiversum 6. Februar 2012 0
Facebook-Soziales-Netzwerk

Soziale Netzwerke können süchtiger machen als Zigaretten und Alkohol.

Mittlerweile zeigen sich bei vielen Nutzern von Facebook, Twitter, Google+ und Co Symptome der Sucht. Soziale Netzwerke sind mit der Zeit ein fester Teil unseres Alltags geworden, sowohl zu Hause als auch unterwegs.
Der stetige Drang immer wieder bei Facebook vorbeischauen zu wollen, könnte tatsächlich klinische Gründe haben. Eine Studie der Universität in Chicago hat ergeben, dass Facebook und Co durchaus süchtig machen können. Das Potenzial hierfür ist größer als bei Alkohol und Nikotin.

Für die Studie wurden Smartphones an insgesamt 205 Probanden verteilt. Die Teilnehmer waren zwischen 18 und 25 Jahren alt. Ihr Bedürfnis nach Social Media Netzwerken sollte aufgezeichnet werden, indem sie, über 14 Stunden verteilt, sieben Mal die Frage beantworten mussten, ob sie gerade Lust hätten, sich bei Facebook, Twitter oder einem anderen Netzwerk einzuloggen. Im positiven Fall sollten sie erläutern, wie stark ihr Wunsch sei, wie lange er schon andauere und ob er im Konflikt zu anderen Beschäftigungen stehen würde.

In 10.558 Antworten wurde 7827 der Wunsch nach Social Media geäußert. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Studienteilnehmer bereit waren, viele Dinge in ihrem Alltag für soziale Netzwerke zu vernachlässigen. Ausschließlich der Wunsch nach Sex und Schlaf war größer.

Studienleiter, Wilhelm Hofmann, sagte in einem Interview mit dem Guardian: „Das moderne Leben ist ein Wust aus verschiedenen Wünschen, denen ständig versucht wird zu widerstehen. Und das gelingt heutzutage immer seltener.“
Seiner Meinung nach, ist es für Menschen schwieriger sich von Facebook fern zu halten, als von Zigaretten und Alkohol. „Das liegt in ihrer vergleichbar einfachen Zugangsmöglichkeit und dem geringen Aufwand an der Teilhabe.“ Hofmann erläutert: „Zigaretten und Alkohol bringen Kosten mit sich und sind nicht nur finanziell ohne Folgen. Social-Media-Konsum hat für den Menschen scheinbar mit weniger Konsequenzen verbunden, dabei ist die Häufigkeit der Nutzung das Problem und der große Schaden ist die ernorme Menge an verlorener Zeit.“



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